Was Unternehmen von politischen Tools lernen können

Im Zuge meiner politischen Arbeit habe ich mit mehreren Tools gearbeitet, die ich in die Beratung meiner Agentur-Kunden aufgenommen habe. Sie machen gerade in einer Zeit des Umbruchs Sinn: Die Verortung des Ist-Status und die eindeutige Positionierung eines Kandidaten, bzw. einer Partei.

Im Prinzip ist das Arbeiten mit einer kleinen Oppositionspartei wie das Starten eines Startups. Mit nur wenig Budget ist durch effektiven Einsatz möglichst viel Effekt herauszuholen.

Ist-Status bestimmen

Basis einer Wahlkampf-Konzeption ist die Verortung einer Partei, die Analyse des Ist-Standes. Wie wird die Partei, wie werden Themen wahrgenommen? Wie bekannt sind die Kandidaten? Worauf soll sich eine Partei im Wahlkampf konzentrieren?

Mit Zwischenumfragen wird klar, ob die Ziele erreicht werden oder ob nachgeschärft werden muss. Damit ist einfach belegbar: Nur eine klare Fokussierung in den Botschaften zeigt einen Erfolg. Man steht plötzlich für etwas – für ein Thema, politische Forderungen. Genauso verhält es sich in Unternehmen. Eine Marke, ein Produkt wird nur durch Stringenz in der Kommunikation mit bestimmten Emotionen und Zuschreibungen verknüpft.

Mafo- und Diskussions-Tools

Wie sieht eine Mafo in der Unternehmens-Praxis aus? Umfragen unter Kunden, Lieferanten und Mitarbeitern verorten das Unternehmen und lassen die Problemstellungen und Herausforderungen, vor denen ein Unternehmen steht, sehr gut analysieren. Vor allem in einer Zeit, in der die Digitalisierung Firmen zu einer Neuausrichtung zwingt, ist es gut, den Status zu kennen. „Das ist bei uns noch kein Thema“ – bezogen auf die Digitalisierung – wird dann möglicherweise eine nicht mehr so ganz korrekte Vermutung sein.

Ist das Unternehmen gerade dabei, den Kurs zu wechseln, so zeigt eine interne Mafo den Ist-Status der Mitarbeiter auf. Diskussion-Tools beziehen Mitarbeiter in eine interne Diskussion mit ein bzw. lassen sie ihr Know-How in eine Thematik einfließen. Als Vertriebs-Mitarbeiter zB die Sicht der Kunden bzw. die Erfahrungen mit ihnen, etc.

Neue Businesspläne und -Ausrichtungen sind sehr herausfordernd – etwa wenn ein produktorientiert agierendes Unternehmen sich in Richtung eines Dienstleisters entwickelt, neue Technologien zum Einsatz kommen, etc. Dadurch können wir auch erheben: Was brauchen meine Mitarbeiter, um sich weiterentwickeln zu können? Fühlen sie sich unterstützt? Alleine gelassen? Wie groß ist die Angst, den Change nicht zu schaffen?

Mit diesen Daten ist es einfacher, zu konzipieren und zu planen. Die Analysen stellen die Basis, das Fundament für Maßnahmen bzw. Konzepte dar. Sie zeigen auch klar, bei welchem Status ich Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten abholen muss.

Wiederholen, wiederholen , wiederholen,…

Ein weiteres Learning ist besonders essentiell in der Kommunikation: Haben sie einmal einen Plan, eine Positionierung aufgestellt, so gilt vor allem ein Grundsatz. „Repetition is the mother of learning“ – und zwar bis zum Exzess. Auch wenn ihnen die „Phrasen“ bereits unsäglich auf die Nerven gehen: Menschen lesen nicht jeden Blogbeitrag, den sie verfassen. Sie lesen auch nicht jeden Artikel, der über sie geschrieben wird. Sie kennen auch nicht jede Webseite, die sie betreiben. Und auch wenn sie einmal einen Text über sie gelesen haben, so reicht dieser noch lange nicht aus, um sie zu positionieren.

Nehmen sie Wiederholungen doch positiv: Sie werden absoluter Experte in ihrem Bereich. Sie schmücken die Kern-Botschaft ihres Unternehmens immer neu aus, sie laden sie immer wieder neu auf. Bis sie merken: Es funktioniert. Ihre Produkte, ihr Unternehmen werden langsam aber stetig mit genau den gewünschten Assoziationen verknüpft.