Google-Suchbegriffe für Unternehmen nutzen

Zu Beginn eines Projekts stehe ich oft mit einem Mini-Budget meines Kunden da und suche nach externen Daten. Informationen, die mir sagen, wie potentielle Kunden nach den Produkten und Dienstleistungen suchen. Welchen Nutzen sie erwarten, und wie konkret sie ihn zB im Netz suchen.

Es gibt natürlich jede Menge Methoden, um hier Licht ins Dunkel zu bringen. In diesem Text möchte ich mich einem Tool widmen: Google. Wir haben keine Ahnung, wie Google funktioniert – aber diese Suchmaschine ist in unseren Breitengraden zu einem fixen Bestandteil unseres Lebens geworden. Sie sortiert für uns nach nicht offensichtlichen Kriterien und lenkt mit ihren Ergebnissen unser Verhalten, unser Wissen. Wer es nicht schafft, mit seiner Homepage und mit relevanten Begriffen auf die erste, maximal zweite Ergebnis-Seite zu kommen, existiert nicht (außer wir schalten Google Das).

Was suchen Kunden im Netz?

Die Suchmaschine ist zu einem mächtigen Tool geworden, deren Daten wir aber umgekehrt ebenso nutzen können. Ich will jetzt nicht näher darauf eingehen, was Google Analytics alles tun kann, sondern möchte rein auf die Suchbegriffe eingehen, die wir alle Tag für Tag darin eingeben. Denn hier wird es auch für Unternehmensgründer und kleine Unternehmen spannend.

Ich verwende eine Suchbegriffsanalyse sehr gerne, um potentielle Kunden und deren Suchverhalten im Netz besser kennen zu lernen. Dieses Verhalten sagt viel über die Bedürfnisse der Zielgruppen aus. Wird ein Begriff oft, oder eher selten gesucht? Was könnte dahinter stehen, wenn ein Begriff in den Rankings sehr selten gesucht wird?

Spannend wird es, wenn Begriffskombinationen, ja ganze Sätze verwendet werden. Google wird seitens Usern wie ein Orakel verwendet. Beginnend bei „Meine Ehe ist kaputt was soll ich tun“ bis hin zu „Akne was soll ich tun“ lassen sich User seitens Google beraten. STOPP! Es ist nicht Google, der User berät – die Suchmaschine sucht lediglich den relevantesten Inhalt für die Anfrage. Aus diesen Infos können die Bedürfnisse der Kunden herausgelesen und passgenauer Content für ihre Webseite erstellt werden. Der User sucht nach einer Lösung für sein Problem – und zwar so lange, bis die seiner Meinung nach richtige Lösung gefunden wurde. Mittlerweile sind 80% der Google-Anfragen diese sogenannten „Informations-Suchen“, und lange Suchanfragen (mehr als 5 Wörter) werden immer häufiger.
Über die Kundenbedürfnisse Bescheid wissen

Wird ein Begriff so gar nicht gesucht, könnte es zB ein Indiz dafür sein, warum eine bestehende Homepage nicht „funktioniert“. Weil es zB auf den falschen Begriff setzt: Statt „Leuchtmittel“ suchen potentielle Kunden vielleicht doch eher „Glühlampen“. Die fachlichen Begriffe sind oft nur Experten geläufig.

Die Breite der Suchbegriffe ist ebenso ein spannendes Indiz, ob sie auf eine Domino-Positionierung setzen sollten – den Kunden also Schritt um Schritt weiterentwickeln. Ein Beispiel: Gesucht werden im Netz lediglich 2 Produkte, das Produktportfolio eines Unternehmens ist aber viel größer. Die Kunden können diese weiteren Produkte durchaus brauchen, wenn sie erst einmal über ihren Nutzen Bescheid wissen. Das Unternehmen setzt daher erst einmal auf die beiden gesuchten Produkte, und erhält dann im Laufe der Kundenbeziehung die Möglichkeit, ihn von dem Nutzen der weiteren Produkte zu überzeugen.

Mini-Marktforschung

Gerade bei kleinen Unternehmen, die nicht viel Budget zur Verfügung haben, sind diese Analysen eine günstige Möglichkeit für eine Mini-Marktforschung. Sie ersetzt natürlich keine größer angelegte Marktforschung bzw. Befragung von Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten. Suchbegriffs-Analysen zeigen uns aber viele kleine Details, die Auswirkungen auf die Strategie haben können.